Innsbruck Informiert
Jg.2024
/ Nr.11
- S.23
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Gesamter Text dieser Seite:
Stadtgeschichte
Innsbruck vor 100 Jahren
Aus dem Stadtarchiv von Maria Todorović
© STADTARCHIV/STADTMUSEUM(3)
18. November
Innsbruck die „teuerste Stadt. Die letzten statistischen Erhebungen über die
Teuerungsverhältnisse in den einzelnen
Städten haben mehrmals ergeben, daß
Innsbruck angeblich die teuerste Stadt
Österreichs sei. Wie festgestellt werden
kann, entspricht dies jedoch nicht den
Tatsachen. Abgesehen davon, daß Innsbruck hinsichtlich Fleisch, Brot, Milch und
Wohnungsverhältnisse wesentlich billiger ist als Wien, könnten noch eine Reihe
von anderen Provinzstädten aufgeführt
werden, in denen sich die Lebensmittelverhältnisse tatsächlich teurer als in Innsbruck stellen.
21. November
Wie Südtiroler Studenten in Innsbruck
behandelt werden. Ein Innsbrucker Leser
schreibt uns: „Man möchte es kaum für
möglich halten, daß in unserer Stadt, wo
bei jeder Gelegenheit Sympathiekundgebungen für Südtirol stattfinden, folgendes
Konzert-Infoblatt der Wiener Philharmoniker 1924
6. November
Die Wiener Philharmoniker in Innsbruck. Heute abends um 8 Uhr findet im
Stadtsaale das zweite Konzert der Wiener
Philharmoniker statt. Die wenigen Sitzplätze-Karten sind im Vorverkauf im Landesreisebureau, Bozner Platz, erhältlich.
Stehplatzkarten sind gänzlich ausverkauft.
Das Konzert beginnt Punkt 8 Uhr und werden mit Beginn die Saaltüren geschlossen.
7. November
Jahreshauptversammlung des Skiklubs
Innsbruck. Um mittwochabends fand im
„Grauen Bären“ die diesjährige ordent44
INNSBRUCK INFORMIERT
liche Jahreshauptversammlung des Skiclubs Innsbruck unter dem Vorsitz des
Hofrates Dr. Rasim statt. In seinem Tätigkeitsbericht verwies der Vorstand insbesondere auf die sportlichen Leistungen
der Klubmitglieder im vergangenen Winter, die insbesondere bei den verschiedenen Sprungkonkurrenzen Ausgezeichnetes leisteten. Professor Janner als
Obmann der Jugendriege berichtete über
den Jugendskilauf im Winter 1923/24.
Der Jugendabteilung des Klubs gehören
derzeit 232 Mittelschüler an (Gymnasium, Realschule, Gewerbeschule und Handelsakademie). […]
vorkommen kann: Der Aufsichtsrat der
Handelsakademie hat beschlossen, ab
1. Dezember das bisherige Schulgeld von
monatlich 70.000 K auf 150.000 K für Österreicher zu erhöhen, also eine Erhöhung
von zirka 114.3 Prozent. Südtiroler werden als Ausländer behandelt – sie müssen
den fünffachen Betrag, also 750.000 K pro
Monat zahlen. Heißt das nicht, unterjochte Tiroler, die aus Liebe zu ihrem Heimatlande, zu uns gekommen sind, um in der
deutschen Muttersprache ihre Studien zu
vollenden, gewaltsam zu zwingen, Innsbruck zu verlassen? Wie viele Südtiroler
Studenten, deren Väter zum größten Teile
Diener des österreichischen Staates waren, können dies hohe Schulgeld leisten?
Was immer für Gründe den Aussichtsrat
der Handelsakademie bewogen hat, zu
diesem Akt zu schreiten – jeder Tiroler
und die Innsbrucker besonders, werden
sich sagen, dies hätte vermieden werden
müssen! Noch ist der 1. Dezember nicht
gekommen. Diese Zeilen mögen dazu beitragen, den Aufsichtsrat der Handelsakademie zu bewegen, die Südtiroler nicht als
Ausländer zu betrachten und dadurch zu
verhindern, daß die Südtiroler Studenten
der Innsbrucker Handelsakademie diese
Anstalt verlassen müssen.“
26. November
Schwindeleien en gros. Vor dem Schöffengericht Innsbruck begann gestern eine
ursprünglich für mehrere Tage angesetzte
Verhandlung gegen den Kaufmann Richard
Leitner aus Wien, den Kaufmann Franz
Xaver Mitterdorfer aus Schwaz und den
Agenten Egon Bramböck aus Innsbruck,
Plakat des Skiverbandes/Skiklubs Innsbruck 1927
die des Betruges und der Mitschuld am
Betrüge angeklagt sind, wobei es sich um
Summen handelt, deren Umsatzhöhe in
die Hunderte von Millionen geht. Die jungen Leute — Leitner ist 27, Mitterdorfer 22
und Bramböck 20 Jahre alt — haben sich
ein ganz eigenes Betrugssystem zurechtgelegt. Leitner bezog Waren im Werte von
fast einer Milliarde auf Kredit und bezahlte sie zum Teil mit ungedeckten Schecks,
die er auf ein ganz geringfügiges Konto
Mitterdorfers zog, der von diesen Manipulationen wusste und sie unterstützte. Der
dritte im Bunde war Bramböck; der trat
aber erst auf den Plan, als die den Wiener
Kaufleuten herausgelockten Waren nach
Innsbruck verschleppt wurden, um hier
von Bramböck und Mitterdorfer als Pfand
für Darlehen zu dienen. Die Grundlagen für
diese „Warenbelehnungen" bildeten von
Leitner ausgestellte überfakturierte Rechnungen, durch die die Darlehensgeber
über den tatsächlichen Wert der Waren
getäuscht wurden. […]
29. November
Die vorgeschichtlichen Gräberfunde in
Wilten. In den letzten Jahren wurden wiederholt auf dem Gelände von Wilten westlich der Wiltener Pfarrkirche in der Nähe
des Stubaitalbahnhofes und des neuen
Funde aus römischen Urnengräbern in Wilten
Wiltener Friedhofes gelegentlich von Bauarbeiten mit Grabungen eine Reihe von
prähistorischen Funden gemacht, die auf
das Vorhandensein eines weitausgedehnten UrnengräberfeIdes schließen ließen.
[…]. Die damaligen Funde zeichnen sich
durch besonderen Reichtum an BronzeInventar der Gräber aus, zahlreiche sehr
gut erhaltene und künstlerisch hervorragend schöne Fibeln, Messerklingen, kunstvoll verzierte Nadeln usw. sind die kostbare
Ausbeute der damaligen Grabungen. […]
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