Innsbruck Informiert
Jg.2024
/ Nr.11
- S.10
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Gesamter Text dieser Seite:
Gemeinsam leben
Eine „gewaltige“ Aufgabe
„Wir informieren, wir sind transparent und
nah dran, wir kommen zu euch in alle
Stadtteile“ – so das Credo der Innsbrucker
Stadtregierung, die bis 2026 ihre Tour zu
den BürgerInnen fortsetzt.
© R.KUBANDA
© I. ULLMANN
So bittet man mittels internationaler Ein-Hand-Geste und
Blickkontakt um Hilfe.
Deine Stadt kommt zu dir
Gewalt, Gewaltschutz, Prävention, Deeskalation im Ernstfall sind
wichtige Themen, mit denen städtische Bedienstete und Mitarbeitende
städtischer Beteiligungen im Alltag konfrontiert sind.
W
o, wie in Städten, viele Menschen
aufeinandertreffen, kommt es
zu Konflikten. Und wenn die
Emotionen hochkochen, auch zu Ausbrüchen von Gewalt: verbaler Gewalt wie physischer Gewalt – Gewalt in Familien, in der
Nachbarschaft, im öffentlichen Raum. Wie
gehen der Magistrat, wie die Beteiligungsgesellschaften damit um? Wir haben dazu
bei den Ämtern für „Allgemeine Sicherheit und Veranstaltungen“ und „Kinder
und Jugendhilfe“ sowie bei der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) und der
Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn AG (IVB) nachgefragt.
Trainings und Schulungen
Besonders bei Mitarbeitenden mit viel direktem Kundenkontakt, wie zum Beispiel
im Fahrbetrieb der IVB, der Hausverwaltung der IIG, bei Mitgliedern der Mobilen Überwachungsgruppe (MÜG) und der
Parkraumbewirtschaftung (PAG) oder in
der Sozialarbeit setzt man auf eine gute
Aus- und Fortbildung mit Taktik-TeamTrainings zur Deeskalation oder Kommunikationskursen zur Konfliktvermeidung
und Konfliktlösung.
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INNSBRUCK INFORMIERT
Manchmal sind auch die Mitarbeitenden
nicht nur mit Gewalt konfrontiert, sondern
selbst Ziel von Gewalt, meist verbaler Gewalt und Drohungen. Deshalb sind besonders häufig in ihrer Tätigkeit von Gewalt betroffene Bedienstete des Amts für Kinder
und Jugendhilfe bewusst für Gewalt besonders sensibilisiert. Wenn von vornherein
mit hohem Konfliktpotenzial zu rechnen
ist, zieht man daher auch präventiv die Polizei hinzu. Ähnliches gilt bei Einsätzen der
MÜG: man setzt auf Dialog, bei Bedarf aber
mit polizeilicher Unterstützung.
Die IVB schult im Rahmen ihres Onboardings neue Mitarbeitende nicht nur eigens
in Konflikt, Konfliktbewältigung und Deeskalation, sondern auch in Stressbewältigung nach Konfliktsituationen. Derzeit ist
unter Einbeziehung von Innsbrucker Frauenorganisationen eine IVB-interne Schulung zu Gewaltprävention gegenüber Frauen in Vorbereitung.
Die IIG versucht Nachbarschaftskonflikten zudem vorzubeugen und ruft in ihrem
„Kleinen Wohn1x1“ zu Toleranz und Rücksicht auf. Bei sich wiederholenden Konflikten bietet sie Vermittlungsgespräche
im Nachbarschaftsstreit an.
Ausrüstung und Infrastruktur
Auch spezielle Schutzausrüstung bei MÜG
und minimal auch der PAG und infrastrukturelle Maßnahmen kommen zum Schutz
der Mitarbeitenden, aber auch aller Anwesenden zum Einsatz. Beispielsweise sind
die Räumlichkeiten des Amts für Kinder
und Jugendhilfe nur über eine Sicherheitsschleuse und Gegensprechanlage am Gang
zugänglich.
Die Busse und Straßenbahnen der IVB sind
mit Kameras ausgestattet und das Fahrpersonal über Funk mit der Leitstelle verbunden, so dass notfalls Hilfe angefordert
werden kann. UI
Fazit:
Das Gespräch suchen und
aufs Gespräch setzen und
wohlvorbereitet ins
Gespräch gehen.
So beugt man Gewalt vor
und trägt im Konfliktfall zu
Deeskalation und Konfliktlösung bei.
Magistrat in Bewegung (MIB), ein neues Informationsformat,
macht im November erstmals in der Reichenau halt.
O
ft haben BürgerInnen Fragen zur
Weiterentwicklung ihres Stadtteils,
aber es fehlen ihnen die AnsprechpartnerInnen. Mit dem neuen Format
„Magistrat in Bewegung“ (MIB) haben
Interessierte nun die Möglichkeit, direkt aus
erster Hand Wissenswertes zu erfahren.
Im Rahmen der Aktion kommen Innsbrucks Bürgermeister Ing. Mag. Johannes
Anzengruber, BSc, die ressortzuständigen StadträtInnen sowie MitarbeiterInnen
des Magistrats direkt dorthin, wo die Menschen leben. Alle Innsbrucker Stadtteile werden bis 2026 mit einem „Tour“-Bus
besucht und den BürgerInnen werden die
relevantesten Projekte der nächsten Zeit
präsentiert. Besonderer Benefit dabei: Sie
können direkt in den Austausch gehen
und Politik wie Verwaltung stehen Frage
und Antwort.
Tourstart in der Reichenau
Am 21. November startet die MIB Tour
beim Wohnheim Reichenau (Reichenauer
Straße 128). Vor Ort sind neben Bürgermeister Anzengruber Vizebürgermeister Georg
Willi, Vizebürgermeisterin Mag.a Elisabeth
Mayr sowie Stadträtin Mag.a Mariella Lutz
und Stadträtin Janine Bex, BSc, die ge-
meinsam mit den MitarbeiterInnen der
Verwaltung in den Austausch mit den BürgerInnen gehen. Interessierte haben dazu
jeweils von 10.00 bis 13.00 Uhr und von
16.30 bis 18.30 Uhr die Möglichkeit. All
jene Projekte, die den Stadtteil Reichenau
betreffen, zum Beispiel die Weiterentwicklung der Campagne, geplante Vorhaben rund
um das Sandwirt-Gelände, der „Gedenkort
Arbeits- und Erziehungslager Reichenau“,
und vieles mehr werden hier thematisiert.
Bürgerservice vor Ort
Neben der Teuerungsberatung, die an
diesem Tag einen Außentermin in der Reichenau anbietet, werden weitere Hilfestellungen des Bürgerservice angeboten: Es werden Termine für Reisepässe,
Personalausweise organisiert aber auch
SeniorInnenausweis-Anträge und Lebensbestätigungen ausgestellt. Zudem ist die
Mitnahme von Gassi-Säcken möglich. Verlorengegangenes kann per Datenbank vor
Ort gesucht, ebenso wie eine „Verlustbestätigung“ ausgestellt werden. Zudem werden
auch eine Reihe von Formularen wie beispielsweise für die Brennholz-Aktion, den
Meldezettel, die Hundeanmeldung oder
-abmeldung oder die Anwohnerparkkarte
ausgegeben. Tipp: Die ersten 50 BesucherInnen des Standes, die den SeniorInnenausweis der Stadt Innsbruck vorzeigen, erhalten
je zwei Freikarten für die SenAktiv-Messe.
Mitmachen und gewinnen
Unter dem Motto „Feedback erwünscht“
werden im Bus weiße Plakatflächen angeboten, auf denen BürgerInnen eingeladen
sind, ihre Ideen und Anregungen zu vermerken. Alle, die etwas aufschreiben, dürfen am Glücksrad drehen und erhalten ein
kleines Präsent.
Spiel und Spaß garantiert
Familienfreundlichkeit wird groß geschrieben, deshalb wurden auch die Kleinsten
mitgedacht. Am Vormittag ist das Spielmobil mit Kinderschminken und Basteln
vor Ort und am Nachmittag schauen die
„Klaunologen“ beim MIB-Bus vorbei. KR
Tourstart MIB-Bus
Wann: 21. November 2024,
10.00–13.00/16.30–18.30 Uhr
Wo: Wohnheim Reichenau,
Reichenauer Straße 128
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