Innsbruck Informiert

Jg.2024

/ Nr.11

- S.8

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Stadt fair planen

Beim Wohnbauprojekt „Campagne“ in der
Reichenau entsteht nicht nur Wohnraum,
sondern auch öffentlicher Raum, der für alle
sicher und zugänglich ist.

Geschlechtersensibles Planen und Bauen schafft sichere, zugängliche
Räume für alle. Durch gezielte Planung wird der Schutz vor Gewalt –
insbesondere gegen Frauen – erhöht.

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INNSBRUCK INFORMIERT

rale Maßnahmen. Auch Gehwege sollten
breit genug sein, um Menschen mit Kinderwägen oder Rollstühlen ungehinderten
Zugang zu ermöglichen.

Öffentliche Räume gestalten

HER

Die geschlechtersensible Gestaltung öffentlicher Räume berücksichtigt insbesondere das subjektive Sicherheitsgefühl unterschiedlicher Gruppen. Dabei ist
es wichtig, die Perspektiven der späteren
NutzerInnen bereits in die Planungsprozesse einzubeziehen. Ein Beispiel dafür
war die 14. Tiroler Integrationsenquete
im Oktober 2024, bei der die Zugänglichkeit und Nutzung öffentlicher Räume
im Mittelpunkt standen. Gendersensible Planung berücksichtigt außerdem das
Prinzip der „Stadt der kurzen Wege“ und
ermöglicht verkehrsberuhigte, hochwer-

© C. FORC

D

ie Stadt Innsbruck strebt an, die unterschiedlichen Bedürfnisse der
BewohnerInnen zu verstehen und
diese sowohl baulich als auch räumlich
umzusetzen. Integration und Gerechtigkeit
sind dabei Schlüssel, um einen nachhaltigen Lebensbereich zu schaffen. Die bisher
stark von Männern dominierte Architektur soll eine umfassendere und gerechtere Perspektive erhalten. Gendersensible
Planung fördert räumliche Strukturen, die
Chancengleichheit ermöglichen und stellt
zentrale Fragen: Wem gehört der öffentliche Raum und wie wird er genutzt? „Gender“ umfasst nicht nur biologische Unterschiede, sondern auch unterschiedliche
Lebensrealitäten, etwa durch Alter, Herkunft oder soziale Lage. Besonders in der
stark männlich geprägten Verkehrsplanung werden geschlechtsspezifische Unterschiede im Mobilitätsverhalten sowie
unterschiedliche Ansprüche an das Verkehrssystem oft zu wenig berücksichtigt.
Stadt-, Grünraum- und Verkehrsplanung
kann maßgeblich dazu beitragen, den öffentlichen Raum sicherer zu gestalten. Gut
beleuchtete Plätze, kurze Wege, ein ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz sowie
konsumfreie, zugängliche Orte sind zent-

tige Quartiere, die schlecht einsehbare
oder isolierte Bereiche vermeiden. Durch
Maßnahmen wie sensorgesteuerte Beleuchtung in Parks, offene Sichtachsen
und klare Wegführungen wird Gewaltprävention gefördert. Ein Beispiel ist der
Rapoldipark, in dem ein Lichtsystem installiert wurde, das von der Polizei im Bedarfsfall gesteuert werden kann. Öffentliche Freiräume sollten hochwertig und
konsumfrei gestaltet werden. Auch die
landschaftsplanerische Gestaltung der
Parkanlage im neuen Stadtentwicklungsgebiet „Campagne“ in Reichenau berücksichtigt solche Maßnahmen. Erste Bauarbeiten im Bereich von Baufeld 1 haben
bereits begonnen.
Das künftige Stadtentwicklungsgebiet
Hötting West wird so geplant, dass BewohnerInnen kurze, barrierefreie Wege

nutzen können und nicht auf das Auto
angewiesen sind. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Bedürfnissen von Familien, Jugendlichen und SeniorInnen. Ziel
ist es, den öffentlichen Raum mit hoher
Aufenthaltsqualität zu gestalten, in dem
durch ausgewogene Zonierungen sowohl
Privatheit als auch soziale Kontrolle ermöglicht werden. In Zusammenarbeit mit
dem städtischen Behindertenbeirat (BBR)
wird ebenso darauf geachtet, Zugänge
und Sitzgelegenheiten für Menschen mit
Behinderungen barrierefrei zu gestalten.
Erholungsbereiche sollen so konzipiert
sein, dass sie für alle Menschen, unabhängig von Alter oder Fähigkeiten, gleichermaßen nutzbar sind. Zu den Vorzeigeprojekten zählen das cool-INN-Projekt, das
die Aufenthaltsqualität des Parks beim
Messegelände verbessern soll sowie das

Projekt COOLYMP zur Neugestaltung des
DDr.-Alois-Lugger-Platzes und des Olympiaparks. Diese Projekte berücksichtigen
die unterschiedlichen Bedürfnisse von
(Stadt-)NutzerInnen.

Weibliche Mobilität
Statistisch gesehen nutzen Frauen weltweit häufiger Öffis und nachhaltigere
Mobilitätsformen und legen komplexere
Wege zurück, da sie neben der Arbeit oft
auch unbezahlte Care-Arbeit, wie die Betreuung von Kindern oder die Pflege von
Angehörigen, übernehmen. Deshalb sollte die Verkehrsplanung sich weniger am
Autoverkehr orientieren, sondern stärker an den Bedürfnissen von FußgängerInnen und dem öffentlichen Verkehr. Gut
einsehbare, beleuchtete Haltestellen und
sichere Verkehrswege sind für alle Nutze-

GUTES HÖREN.
NAHEZU UNSICHTBAR.
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„Die Stadt Innsbruck zeigt viel Engagement für
geschlechtersensibles Bauen, insbesondere durch
verbesserte Beleuchtung, sichere Verkehrsanbindungen
und die Schaffung von Schutzräumen. In Zukunft soll
dieser Ansatz weiter ausgebaut werden, indem gezielt
mehr Projekte mit direkter Beteiligung der betroffenen
Bevölkerungs- und Interessensgruppen umgesetzt werden.“
Stadträtin Janine Bex, BSc

rInnen – unabhängig von Geschlecht, Alter oder Mobilität – wichtig. Innsbruck hat
in den vergangenen Jahren Maßnahmen
ergriffen, um den Nahverkehr sicherer
und effizienter zu gestalten. Eine stärkere Berücksichtigung der unterschiedlichen
Mobilitätsmuster von Frauen könnte
weitere Verbesserungen bringen.
Auch im Wohnungsbau wird auf unterschiedliche Bedürfnisse geachtet. Gemeinnütziger Wohnbau bietet z. B. Wohnungen für mobilitätseingeschränkte
Menschen sowie speziell geförderte Wohnungen, die von Trägern wie Dowas oder
Selbstbestimmt Leben vergeben werden.
Neue Wohnbauprojekte wie „CampagneReichenau“ oder Pradler Saggen schaffen
zudem Gemeinschaftsräume, die als Erweiterung des privaten Raums vielfältig
genutzt werden können. MF

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HÖRAKUSTIKER- K E T TE