Innsbruck Informiert
Jg.2024
/ Nr.7
- S.44
Suchen und Blättern in knapp 900 Ausgaben und 25.000 Seiten.
Gesamter Text dieser Seite:
Stadtgeschichte
Innsbruck vor 100 Jahren
© STADTARCHIV/STADTMUSEUM(3)
Aus dem Stadtarchiv von Christof Aichner
Motorrad auf der Brennerstraße, ca. 1930
1. Juli
Mit dem Motorrad auf dem Patscherkofel. Die vier Motorradfahrer, die letzthin auf das Lafatscherjoch mit ihren
Fahrzeugen gefahren sind, haben am
Sonntag auch die Fahrt zum Patscherkofelschutzhaus durchgeführt. Sollte sich
dieser sonderbare Sport einbürgern, so
wäre es angezeigt, daß alle alpinen Vereine zusammengehen und im Wege der
Selbsthilfe diesen Unfug aber so gründlich steuern, daß diesen Sportfexen die
Lust zu solchen Ausflügen ein für allemal
vergeht.
7. Juli
Ein Feuerwehrfest in Hötting. Am Sonntag, den 6. des Monats feierte die Freiwillige Feuerwehr Hötting ihr 50jähriges Jubelfest, an das sich gleichzeitig der 34. Gautag
des Bezirksverbandes Nr. 4 anschloß. […]
Nach dem Festzug trat die Freiwillige Feuerwehr Hötting zu einer Schauübung an,
deren flotter Verlauf die tadellose Schulung und Schlagfertigkeit der Feuerwehr
glänzend erwies. In den Nachmittagsstun44
INNSBRUCK INFORMIERT
den gab es in verschiedenen Gaststätten
Höttings musikalische Unterhaltung, viel
Zuspruch fand ein reich ausgestatteter
Glückstopf beim „Rößlwirt“, dessen Erträgnis zur Anschaffung von Monturen und Geräten verwendet wird.
10. Juli
Probemassenalarm der Innsbrucker
Rettungsabteilung. Es wird uns berichtet: Gestern abends 7 Uhr wurden die ausübenden Mitglieder und zwar nur soweit
sie durchs Telephon erreichbar sind oder
durch Telephonbesitzer verständigt werden konnten, unvermutet alarmiert. Der
Erfolg übertraf die gehegten Erwartungen;
in kurzen Zwischenräumen trafen ein Arzt
und 28 Mitglieder in voller Ausrüstung zu
Fuß, mit Fahrrad ober mit der Elektrischen
im Rettungsheim ein. […] Es wurde damit
der Beweis erbracht, daß Innsbrucks Samariterschaft rasch auch in größerer Anzahl bei großen Unglücksfällen mit sämtlichen Fahrzeugen zur Unfallstelle eilen,
oder eventuell zur Bahn gebracht werden
kann.
Der Ort des Fluchtversuches: das Gebäude des heutigen
Landesgerichts in der Fallmerayerstraße
10. Juli
Aus dem Inn gezogen wurde gestern um
6 Uhr abends ein 22jähriges Mädchen. Der
Schutzmann Theo Haller, gerade des Weges
kommend, holte die Bewußtlose, selbst tief
im Wasser stehend, beim „Stiegele“, unweit
der Herrengasse, ans Ufer. Er begann mit
einem zufällig vorbeigehenden Mitglied der
Rettungsabteilung Wiederbelebungsversuche zu machen, die auch Erfolg hatten. Der
Rettungswagen brachte die Lebensmüde
ins Spital. Das Mädchen ist angeblich aus
Verdruß über Arbeitslosigkeit beim „Prügelbau“ in den Inn gesprungen.