Amtsblatt

Jg.1958

/ Nr.6

- S.3

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Nummer (l

Amtsblatt der Landeshauptstadt Innsbruck

Werkes erzählt Ihnen die Festschrift. Das ei ile möchte
ich jedoch hervorheben, daß es in den 1l»!> Jahren drei
große Baupcrioden gab, während welcher immer wieder ein für seine Zeit modernes Gaswerk entstanden
ist. Zwei dieser hauptsächlichen Bauperiodcn fallen
in die letzten 5,0 Jahre. Darüber bitte ich aber Herrn
Direktor Gapp der Firma Poppers das Wort zu
ergreifen.
Sie werden nur jedoch erlauben, das; ich allen
dante, die im Laufe eines Jahrhunderts im nnd für
das Innsbrucker Gaswerk gearbeitet und gesorgt haben. Reue Energieträger sind in dieser Zeit hervorgetreten.und immer wieder war ein Abwägen notwendig, um die von der Bevölkerung erwartete zweckmäßig-

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ste und billigste Energieversorgung zu gewährleisten.
Das Entweder-Oder
(has oder Elektrizität—, um in
der Gegenwartsfragestellnng zu bleiben, ist besonders
zum Ruf der Koordinierung von Gas und Elektrizität
geworden. Sowohl die objektive Darstellung der Ertragsseite. und zwar losgelöst von der Behandlung
durch politische Zwectniäßigteit, als auch der Energieoersolgungsausgabe — wenn ich an die Deckung oon
Energiespitzen denke - hat diese Koordinierungspslichl erleichtert.
So möge diese Tagung ein (Gewinn für alle, die
daran teilnehmen, sein und ein Erfolg für jene, für
die wir zu sorgen haben.
Innsbruck freut sich Eures Hierseins!"

Die Einleitung der Gasbeleuchtung im k. k. Nationaltheater
zu Innsbruck im Jahre 1859
Von Dr. Fritz Steinegger
Wenn allabendlich der Samtvorhang des Tiroler
Landesthcaters aufgeht und die Vühne und die kostümierten Schauspieler im feenhaften Licht der „ J u piterlampen" erstrahlen, fo werden sicher nur wenige
eifrige Theaterbesucher in diesem Augenblick daran
denken, wie beschwerlich es einst für einen Theaterdirektor gewesen sein mag, mit dem einfachen Kerzenlicht einen geschlossenen Theatersaal oder mit dem
rußigen Kienspan eine Freilichtbühne besonders festlich zu beleuchten. Ebensowenig ist aber auch bekannt,
seit wann das k. k. Nationaltheater am Nennweg eine
Gasbeleuchtung besaß. Wohl berichten Konrad Fischnalcr in seiner Innsbrucker Chronik ( I I , 88) und die
Festschrift „110 Jahre Innsbrucker Theater" ( I n n s bruck 1955, 24) nur sehr kurz und nüchtern, daß bei
der Eröffnung der Schillerfeier am 9. November 1859
das Theater erstmals mit Gas beleuchtet war, ohne
jedoch anzugeben, daß bereits 185? die ersten Verhandlungen wegen der Gascinleitung geführt wurden
und schon damals ein brauchbarer Bauplan vorlag.
Ein im Landesregierungsarchiu für T i r o l befindlicher
Akt über das k. k. Nationaltheater erhellt uns genau,
wie es überhaupt zur Einleitung der Gasbeleuchtung
kam. Da zudem die darin enthaltenen technischen Daten und die geschichtlichen Belege bisher noch nirgends
veröffentlicht wurden, so sollen sie im folgenden mitgeteilt werden:
I n dem 18lN neu erbauten Nationaltheater in
Innsbruck, das ungefähr 8l>? Personen Platz bot,
fand zuerst noch die Kerze ihre Verwendung zur Beleuchtung der geräumigeren Bühne und des erweiterten Zuschauerraumes. Bemerkenswert ist vor allem,
daß man. bevor man daran ging, die Innsbrucker
Straßen mit Gaslichl zu versehen, das Projekt ausge
arbeitel halte, das neuartige Beleuchlungsmitlel im
hiesigen Theater zu verwenden. Am 2. Jänner 1858
hatte sich bekanntlich der Angsburger Unternehmer
Ludwig August Niedinger vertraglich verpflichtet, in
Pradl, abseits von der Stadt, eine Gassabrit zu erbauen. Kurze Zeil darauf erteilte das Slatlhallereipräsidium am l>. A p r i l 1858 unter Z l . 819 dem Landesbaudirettor die Weisung, er möge in Fortsetzung

der 185? begonnenen Verhandlungen wegen der Gaseinleitung im k. k. Nationaltheater entweder mit Riedinger persönlich oder mit einem von ihm Bevollmächtigten einen entsprechenden Bauvertrag abschließen, nachdem der Bau der Gasfabrik nun endgültig
gesichert sei. A m 14. J u l i gleichen Jahres unterzeichnete schließlich Niedinger einen 18 Punkte umfassenden Vertrag, in dem er versprach, ungefähr 354 Gasflammen nebst 2 Gasmessern samt allen dazu erforderlichen Rohrleitungen zu einem Preis von 5442 Gulden
85V2 Kreuzer österreichischer Währung bis M i t t e September 1859 im Theater einzubauen und die ganze A n lage im betriebsfertigen Zustand der Theaterdirektion
zu übergeben. Der Staat hingegen übernahm die Kosten für die Ausbesserung der bei der Einrichtung der
Gasrohren durchgebrochenen Mauern, Fuß- und
llberböden, der beschädigten Tapeten, Malereien und
dergleichen. Niedinger machte sich außerdem erbötig,
10 Jahre lang das Gas um 10 Prozent billiger abzugeben, als der nach dem Vertrage mit der Innsbrukker Stadtbehörde am 14. Februar 1859 festgesetzt
werdende Gaspreis betragen wird. Demnach kostete
ein Gaslicht, welches die Helle von einer Normalkerze hatte, in der Stunde nicht mehr als °/io Kreuzer, jenes zweier Normalterzen "Vi" Kreuzer, fünf
Normalkerzen 1 Kreuzer, sieben Normalkerzen IVio
Kreuzer, zehn Normalkerzen 1"/"» Kreuzer, zwölf Normalkerzen 1"/"<> Kreuzer, vierzehn Normalterzen
2"/n> Kreuzer, sechzehn Normalterzen 2"/n> Krenzer
und achtzehn Normalterzen 2"/>" Kreuzer. Die vor
dem Theater aufzustellenden zwei schönen gußeisernen
Kandelaber mußte Niedinger nach ihrer Aufstellung
kostenlos dem Ärar überlassen,
Nm die entsprechenden Lichlesfette zu erzielen,
mußte Niedinger abweichend von seinem Anbot die
Zahl der Gasflammen auf Ü85 erhöhen. Sie verteilten sich: 5(> Flammen auf die Beleuchtung der Eoulifsen. .l2 für das Proscenium. 22 für das Orchester,
?l» für die Kaiserloge und die Gänge, 41 für den
Kronleuchter, l i für die Garderoben, 91 für die Festbeleuchtung uud 20 für die Souffiten. M i t den Bauarbeiten wurde die Firma Niedinger termingerecht